Am Altrheinufer ist ein Anfang gemacht

27.08.2020 00:00:00 | Thorsten Siehr

Sozialdemokraten bilanzieren die ersten Wochenenden der Sperrung

In einer ihrer letzten Sitzungen hat die SPD Ginsheim-Gustavsburg auch die ersten Erfahrungen mit der Sperrung des Ginsheimer Altrheinufers an Wochenenden analysiert und eine erste Bilanz gezogen. Positiv bewerten die SPD Vertreter im Stadtparlament, dass nun Fußgängern und Radfahrern an Wochenenden klarer Vorrang eingeräumt ist und die sonst als KFZ-Abstellplatz genutzte Fläche von Erholungssuchenden für Freizeitaktivitäten zurückgewonnen wird.

Auch kam es nach den Beobachtungen von SPD Stadtverordneten, die sich zu unterschiedlichen Zeiten an den vergangenen Wochenenden ein Bild von der Situation machten, zu weniger gefährlichen Begegnungen zwischen den unterschiedlichen Verkehrsteilnehmern durch parkplatzsuchende Autofahrer.

Zum Start fehlendes Parkleitsystem ist Ärgernis

Kritik übten die SPD Vertreter daran, dass zum Start der probeweisen Sperrung die eigentlich zugesagte und von der Stadtverordnetenversammlung beschlossene Beschilderung der Ausweichparkplätze nicht rechtzeitig fertig wurde. Insbesondere die fehlende Kenntlichmachung des Parkplatzes am Bürgerhaus, der an diesen Wochenenden noch sehr wenig genutzt wurde, habe daher am ersten Wochenende zu großen Problemen mit Falschparkern in den angrenzenden Straßen geführt. Hier erhoffen sich die Sozialdemokraten eine weitere Entspannung der Lage, wenn die Beschilderung aufgestellt wurde.

„Es scheint sich rumzusprechen, dass das Ginsheimer Altrheinufer nicht mehr als kostenloser Parkplatz zur Verfügung steht und nach dem Willen der Stadtverordneten mehr und mehr der Naherholung dienen soll – und das ist gut so!“, resümiert SPD Fraktionsvorsitzende Melanie Wegling die ersten Wochen des Probebetriebs. Und lobend merkt sie an, dass die vier Stellplätze für Menschen mit Behinderung auch freigehalten wurden und somit gehbehinderten Personen jederzeit zur Verfügung standen.

Sperrung ist erst der Anfang

Die Lenkung des Fahrzeugverkehrs zu den bereitstehenden Ausweichparkplätzen wird für die SPD Vertreter in der AG Altrheinufer daher auch eines der Themen sein, die es bei deren nächsten Treffen Mitte September zu beraten gilt.

„Für uns ist klar, dass die versuchsweise Sperrung erst der Anfang sein kann bei der Neugestaltung des Ginsheimer Altrheinufers. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern wollen wir hier in der nächsten Zeit die neu gewonnene Naherholungsfläche am Altrheinufer mit fachlicher Unterstützung von Experten gestalten“, skizziert Melanie Wegling, wie sich die SPD das weitere Vorgehen vorstellt.

Einbindung von Gruppen war von Anfang an vorgesehen

Irritiert zeigt sich die SPD vor diesem Hintergrund von der Kritik des Bürgermeisters in der Mainzer Allgemeinen Zeitung vom 25.08.2020, „dass relevante gesellschaftliche Gruppen nicht in die Maßnahmen eingebunden waren.“

Die Fraktionsvorsitzende erinnerte in diesem Zusammenhang an eine Bürgerversammlung im Bürgerhaus Ginsheim zu diesem Thema unter fachlicher Begleitung der Nassauischen Heimstätte am Beginn der Amtszeit Puttnins-von Trothas. Diese hatte sein Amtsvorgänger noch in die Wege geleitet und die Experten der Nassauischen Heimstätte standen für eine geordnete Planung mit intensiver Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Diese Bürgerversammlung hat bei vielen im Stadtteil hohe Erwartungen geweckt.

„Passiert ist danach vom neuen Verwaltungschef, der sich jetzt über mangelnde Bürgerbeteiligung beklagt, allerdings nichts mehr“, stellt die SPD Fraktionsvorsitzende klar und hofft, dass der Bürgermeister bei der weiteren Gestaltung des Altrheinufers nun seinen berechtigten Wunsch nach mehr Bürgerbeteiligung auch merklich in die Tat umsetzt.

„Ein durchdachtes Konzept“, wie es der ortsansässige Gastronom und Stadtverordnete der Freien Wähler Klaus Faber im gleichen Bericht fordert, hätte so auch schon viel früher reifen können, ohne dass die SPD die anderen Fraktionen immer wieder zu einer Lösung der Verkehrsprobleme am Altrhein hätte drängen müssen.

„Aber immerhin, wir sind einen großen Schritt weiter auf dem richtigen Weg“, schließt Melanie Wegling das Resümee der SPD.

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